Torben Ferber

 

Wo kommst Du her, Torben?

Seit etwa einem halben Jahr lebe ich jetzt in Karlsruhe – davor in Hamburg, Vancouver, und Heidelberg.

 

Wie bist Du zur Teilchenphysik und zu Belle II gekommen?

Meine Doktorarbeit habe ich in der Neutrinophysik geschrieben weil ich eine spannende Vorlesung dazu gehört hatte. Danach wollte ich aber das Feld wechseln aber in Hamburg bleiben. Und so kam ich am DESY zunächst zum Belle Experiment und dann zu Belle II.

 

In welchem Gebiet arbeitest Du genau und was motiviert Dich dazu? (Hier kann gerne auch etwas zur eigenen Doktorarbeit gesagt werden, wenn das noch passt)

Meine Physikinteressen sind Suchen nach dunkler Materie, insbesondere in der Verbindung von Dunkler Materie mit Flavourphysik. In den letzten Jahren ist das Interesse daran unglaublich gewachsen – für mich gibt es in der Teilchenphysik derzeit keinen spannenderen Hinweis auf neue Physik als dunkle Materie. Diese Analysen stellen hohe Herausforderungen an das Triggersystem, das Kalorimeter, und das Finden von Spuren die nicht aus dem primären Interaktionspunkt kommen – hier engagiert sich meine Gruppe sehr stark im Bereich der Softwareentwicklung und künstlicher Intelligenz.

 

Warst Du schon in Japan bei Belle II? Wenn ja, was hat am meisten Eindruck hinterlassen?

Ich bin normalerweise mehrere Male pro Jahr in Japan – am meisten Eindruck hat wahrscheinlich Tokyo zur Rush-Hour hinterlassen. Am meisten vermisse ich aber die gemeinsamen Abende im KEK-Gästehaus mit Kolleg*innen nach langen Meetings.

 

Was sind Deine Pläne für die nächsten Jahre?

Mit meinem Team werden wir die Suchen nach dunkler Materie bei Belle II aber auch an anderen spezialisierten Experimenten mit meinen Kolleg*innen am KIT verstärken… Für mich ist es keine Frage ob, sondern wann, wir die dunkle Materie im Labor nachweisen.

 

Was machst Du am liebsten, wenn Du gerade nicht mit Belle II beschäftigt bist?

Am liebsten bin ich dann unter Wasser. Beim Tauchen in Höhlen in der Schweiz und Frankreich oder in verlassenen Bergwerken im Sauerland – und notfalls auch mal in einem der Seen rund um Karlsruhe nach Feierabend - kann ich wunderbar abschalten.

 

Was würdest Du jemandem erzählen, der noch ganz am Anfang steht und in das Belle II-Projekt einsteigen will?

Seid neugierig und hartnäckig! Moderne Teilchenphysik braucht viel Wissen in Statistik, Datenanalyse, aber auch in den Bereichen Softwareentwicklung und moderner Elektronik – ein Physikstudium legt dafür den Grundstein. Nehmt Kontakt zu Forscher*innen an eurer Uni auf und versucht so früh wie möglich in kleinen Projekten mitzuarbeiten. Das klappt oft schon während des Studiums.